Roger K., Amtsanwalt

Ich sitze Tätern im Nacken und stehe ihnen im Gericht gegenüber.

Roger K., Amtsanwalt

Werden Sie Amtsanwältin / Amtsanwalt!

Amtsanwältinnen und Amtsanwälte sind bei den Staatsanwaltschaften tätig. Sie können nach § 142 Absatz 1 Nr. 3 Gerichtsverfassungsgesetz die Anklage in Strafsachen übernehmen, die zur Zuständigkeit der Strafrichterin / des Strafrichters am Amtsgericht gehören. Damit können sie das Amt der Staatsanwaltschaft ausüben und diese somit entlasten.
 
Amtsanwältinnen und Amtsanwälte werden vorwiegend bei Diebstahls- und Betrugsdelikten sowie bei Verkehrsstraftaten und Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit eingesetzt. Sie leiten die Ermittlungsverfahren, in denen die für und gegen die Beschuldigten sprechenden Umstände ermittelt und die notwendigen Beweise gesichert werden. Auch entscheiden sie auf Grundlage der geltenden Gesetze über die Anklage bei der Strafrichterin / beim Strafrichter bzw. eine eventuelle Einstellung des Verfahrens. Kommt es zur Anklage, so vertreten Amtsanwältinnen und Amtsanwälte die Staatsanwaltschaft in der Hauptverhandlung vor der Strafrichterin / dem Strafrichter oder der Jugendrichterin / dem Jugendrichter. Sie stellen Anträge und halten am Ende einer Verhandlung ein Schlussplädoyer. 

Durch die sachgerechte Anwendung von Anklageerhebung, Strafbefehlsantrag oder Einstellung der Strafverfolgung nach §§ 153 ff. der Strafprozessordnung tragen Amtsanwältinnen und Amtsanwälte dazu bei, dass die Strafverfolgung im Bereich der leichteren und mittleren Kriminalität effizient und zügig erfolgen kann. Sie leisten so einen bedeutsamen und wirkungsvollen Beitrag in der Strafrechtspflege.

Wussten Sie schon, dass …

Der Tätigkeitsbereich von Amtsanwältinnen und Amtsanwälten ist zwar auf bestimmte Delikte festgelegt und beschränkt sich auf Zuständigkeiten auf der Ebene der Strafrichterin / des Strafrichters am Amtsgericht; in diesem Bereich aber üben Amtsanwältinnen und Amtsanwälte ohne klassisches rechtswissenschaftliches Studium dieselbe abwechslungsreiche Tätigkeit aus wie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte.

Sie entscheiden selbständig und eigenverantwortlich und tragen in hohem Maße zum Funktionieren der Rechtspflege bei. 

Verena A., Amtsanwältin

Als Amtsanwältin leite ich die Ermittlungsverfahren bei Diebstahl, Betrug, Körperverletzung und Verkehrsstraftaten. Zunächst sorge ich dafür, dass alle Umstände einer Straftat ermittelt und die Beweise gesichert werden. Sprechen die Beweise gegen den Beschuldigten, erhebe ich Anklage und plädiere im Verfahren ganz im Sinne unseres Rechtsstaates. 

Verena A., Amtsanwältin

Sind Sie bereit?

Es gibt keinen unmittelbaren Zugang zum Beruf einer Amtsanwältin bzw. eines Amtsanwalts. Es muss zunächst das duale Studium Diplom-Rechtspflegerin (FH) / Diplom-Rechtspfleger (FH) mit bestandener Prüfung absolviert werden. Für das Amt der Amtsanwältin / des Amtsanwalts – eine Sonderlaufbahn der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen – müssen Bewerberinnen / Bewerber darüber hinaus folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • nach Persönlichkeit und Leistungen für das Amt der Amtsanwältin / des Amtsanwalts besonders geeignet 

  • zum Zeitpunkt der Einstellung regelmäßig noch nicht 45 Jahre alt

Legen Sie los!

Die Ausbildung zur Amtsanwältin / zum Amtsanwalt erfolgt im bereits bestehenden Beamtenverhältnis unter Beibehaltung der Amts- oder Dienstbezeichnung und der bisherigen Besoldung. Nach bestandener Prüfung führen die Beamtinnen und Beamten die Dienstbezeichnung „beauftragte Amtsanwältin“ / „beauftragter Amtsanwalt“ oder ihre bisherige Amts- oder Dienstbezeichnung.

Nach einer Bewährungszeit von mindestens einem Jahr erfolgt die Ernennung zur Amtsanwältin / zum Amtsanwalt. Als Amtsanwältin / Amtsanwalt erhalten die Beamtinnen / Beamten eine Besoldung nach dem Landesbesoldungsgesetz (LBesO), Besoldungsordnung A LBesO NRW. Der Berufseinstieg erfolgt in der Besoldungsgruppe A 12.

Familienfreundliche Arbeit

Unterschiedliche Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung in der Justiz, wie Teilzeitbeschäftigung oder Jobsharing bei flexibler Arbeitszeit, bieten die Chance, persönliche und familiäre Belange mit dienstlichen Interessen und Erfordernissen zeitlich in Übereinstimmung zu bringen.

Lassen Sie sich zur Amtsanwältin / zum Amtsanwalt ausbilden!

Das Studium beginnt am 2. Januar eines jeden Jahres. Anwärterinnen und Anwärter für den Amtsanwaltsdienst aus allen Bundesländern absolvieren eine 15 Monate dauernde Einführungszeit, die sich in das fachwissenschaftliche Studium I + II (insgesamt sechs Monate) und eine fachpraktische Ausbildung (insgesamt neun Monate) aufgliedert.

Das Studium wird an der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen in Bad Münstereifel absolviert, die fachpraktische Ausbildung bei einer Staatsanwaltschaft im jeweiligen Heimatbundesland, wo die Studierenden im Bereich des Amtsanwaltsdienstes Einblicke in die tägliche Arbeit erhalten. Die Ausbildung endet mit der Prüfung für den Dienst der Amtsanwältin / des Amtsanwaltes.